Die Brückenbaupioniereinheiten des MTW der NVA waren mit in der DDR produzierten Rammfähren ausgerüstet. Neben der RF-78 wurde ab 1978 in den Einheiten des Militärtransportwesens die schwere Rammfähre SRF-500 eingesetzt. Produziert hat diese auch der Hersteller der RF-78.
1990 wurden 11 SRF-500 mit Fahrzeugen, 35 ohne Fahrzeuge, 15 Landrammvorrichtungen 500 und 26 Rammgerüste KDM-1 von der Bundeswehr übernommen.
Die schwere Rammfähre diente zum Herstellen von Pfahlgründen auf Wasser und an Land.
Die SRF-500 besteht aus dem Rammfährenverband (RFV) mit 4 Pontons, dem Arbeitsbühnenverband (ABV) mit 2 Pontons, der Landrammvorrichtung (LRV) und einem Bugsierboot BMK-130M.
Die Pontons des RFV und ABV werden von W50 L/FA1 mit Forstnachläufer FNL60.1f, Transportfahrzeug I - IV RFV, Transportfahrzeug V und VI ABV, transportiert. Zusätzliche Ausrüstung des RFV transportiert ein W50 L/A, Transportfahrzeug VII, der auch das Bugsierboot BMK-130M zieht.
Die LRV besteht aus einem ADK 125-1A und einem W50 L/A, Transportfahrzeug VIII, welcher die Dieselramme und den Rammmast transportiert.
Nicht zur Grundausrüstung der SRF-500 gehört ein Rammgerüst KDM-1. Dieses wird von einem weiteren W 50 L/A mit 8t-Anhänger, Transportfahrzeug IX, transportiert.
Als Rammen wurden Dieselrammen vom Typ UR 1-500 verwendet.
Der RFV wurde von 4 Pontons gebildet. Ponton I und II bildeten an der kurzen Seite miteinander verbunden die vordere Pontonreihe, Ponton III und IV die hintere. Beide Pontonreihen wurden mit zwei Verbindungsrahmen und zwei Grundrahmen verbunden. Die Verbindungsrahmen bildeten begehbare Verbindungen zwischen den Pontonreihen, an ihnen befanden sich Bugsierbootaufnahmen zur Befestigung des Bugsierbootes. Die Grundrahmen trugen die Rammsektionen und deren elektrischen Seilzüge. Die Grundrahmen waren drehbar und hyraulische verschiebbar auf den Pontons III und IV befestigt. Für den Transport wurden sie um 90° in Längsrichtung gedreht. In Arbeitsstellung bildeten sie eine mechanische Verbindung der Potonreihen, die die auftretenden Kräfte auf beide Potonreihen verteilte. Die Rammsektionen bestanden aus einen Rammmast und je einer längenrveränderlichen Seiten- und Vorderstütze, die in einem rechten Winkel zueinander standen. Die Pontons I und II enthielten je ein Dieselelektroaggregat mit 380V Spannung und 20 kVA Leistung. Sie versorgten die Hydraulikanlage der Grundrahmen, die Seilzüge der Rammsektionen den Beleuchtungssatz und bei Bedarf zusätzliche Verbraucher mit Strom. Die Hydraulikanlage diente dem Aufrichten und Neigen der Rammmasten und dem Verschieben der Grundrahmen zum Einstellen des seitlichen Abstandes der Pfähle. 4 elektrisch betriebene Ankerwinden halten den RFV beim Rammen in der festgelegten Position.
Der ABV wird von den Pontons V und VI gebildet. An beiden Enden der Pontons befindet sich je ein Schwenkrahmen mit einem klappbaren Traggerüstmast. Die zueinandergedrehten Traggerüstmasten werden durch eine Querverbindung in 5 m Höhe miteinander verbunden. In den Führungen der Traggerüstmasten wird die Arbeitsbühne auf die gewünschte Höhe mit Hilfe von Strinradkettenzügen gezogen und arretiert. Die Bugsierbootaufnahme verbindet die Pontons auf Höhe der Pontondecks. Die elektrische Anlage des ABV dienst zur Beleuchtung und zur Versorgung zweier elektrischer Bohrmaschinen und Handkettensägen. Versorgt wird sie von den Elektroaggregaten des RFV oder mit einem 50 m Kabel von Land aus. Die Hydraulikanlage des ABV besteht aus 4 Hydaulikzylinder zum Aufrichten der Traggerüstmasten. Sie werden mit einer Handpumpe betrieben. 4 Ankerwinden halten den ABV auf dem Wasser in der festgelegten Position.
Der LRV besteht aus einem ADK-125 und der Rammvorrichtung. Der Rammmast besteht auf 3 Mastsektionen. An der mittleren Mastsektion befindet sich die Kopplung für den Auslegerkopf des Kranes. Für den Rammbetrieb wird das Kranseil über den Rollenkopf am oberen Ende der oberen Mastsektion umgelenkt. Die elektrische Anlage der LRV dient der Beleuchtung des Arbeitsplatzes. Sie wird von aussen mit 220 V Spannung, oder vom Kran mit 24 V Spannung versorgt. Für jede Spannung stehen passende Lampen zur Verfügung.
| Rammfährenverband | |
| Bedienung | 11 Mann |
| Länge | 8,00 m |
| Breite | 15,3 m |
| Höhe | 13,9 m |
| Tiefgang | 0,30 m |
| Gesamtmasse verladen, Ponton I oder II | 13,24 t |
| Gesamtmasse verladen, Ponton III oder IV | 13,53 t |
| Einzelponton | |
| Länge | 7,65 m |
| Breite | 2,40 m |
| Höhe | 1,86 m |
| Masse Ponton I oder II | 5,6 t |
| Masse Ponton III oder IV | 5,9 t |
| Länge Rammast | 13,0 m |
| Pfahllänge max. | 11,0 m |
| Pfahlmasse max. | 0,8 t |
| mittlerer Pfahldurchmesser | 320 mm |
| Pfahlneigung max. | 1:4 |
| max. Pfahljochabmessung bei Einsatz ABV | |
| Pfahljochbreite | 3,0 m |
| Pfahljochlänge | 7,0 m |
| Pfahlreihenabstand mind. | 0,6 m |
| max. Rammpfahlhöhe über Wasser | 5 m |
| min. Rammpfahlhöhe über Wasser | 0,5 m |
| max. Strömungsgeschwindigkeit | 2 m/s |
| min. Wassertiefe | 0,5 m |
| max. Windgeschwindigkeit | 10 m/s |
| Arbeitsbühnenverband | |
| Bedienung | 7 Mann |
| Länge | 11,00 m |
| Breite | 8,40 m |
| Höhe | 7,00 m |
| Tiefgang | 0,30 m |
| Gesamtmasse verladen, Ponton V oder VI | 14,30 t |
| Einzelponton | |
| Länge | 11,00 m |
| Breite | 2,45 m |
| Höhe | 0,75 m |
| Höhe max. mit Aufbauten | 1,15 m |
| Masse Ponton V oder VI | 6,7 t |
| Schnitthöhe über Wasser | |
| maximal | 4,00 m |
| minimal | 0,50 m |
| Landrammvorrichtung | |
| Bedienung | 6 Mann |
| Länge in Arbeitsstellung | 10,30 m |
| Breite in Arbeitsstellung | 3,60 m |
| Höhe in Arbeitsstellung | 13,00 m |
| Ramme UR 1-500 | |
| Anzahl gesamt | 3 Stück |
| Schlagzahl | 43 - 55 pro/min |
| Masse | 1,12 t |
| Masse des Arbeitskolben | 500 kg |





