Amphibisches Brücken- und Übersetzfahrzeug M2

Bereits kurz nach Aufstellung der Bundeswehr gab das Bundesverteidigungsministerium bei den Eisenwerken Kaiserslautern, heute GDELS, und MAN/Krupp ein hochmobiles Übersetzfahrzeug in Auftrag. Das System M1 von MAN/Krupp wurde wegen gravierender technischer Probleme abgelenht, so dass das System M2 der Eisenwerke Kaiserslautern angenommen wurde. Zwischen 1967 und 1970 wurden 114 Fahrzeuge an die Bundeswehr ausgeliefert.

Die Fahrzeuge wurden aus Aluminium gefertig. Sie bestehen aus einem Hauptschwimmkörper und zwei seitlichen Schwimmkörpern. Die seitlichen Schwimmkörper sind halb so breit wie der Hauptschwimmkörper. Während des Landmarsches sind sie auf den Hauptschwimmkörper geklappt, für die Wasserfahrt werden sie im Wasser seitlich abgeklappt und verriegelt. Der Hauptschwimmkörper ist in das Fahrerhaus und den Maschineraum unterteilt. In ihm ist auch das bei Wasserfahrt einziehbare, allradgelenkte und -angetrieben, 4 Rad Fahrwerk untergebracht. Der Maschinenraum nimmt zwei identische Motoren, das Lenzsystem und das Hydrauliksystem auf. Das Lenzsystem sichert nur den Hauptschwimmkörper, die Auftriebskörper sind nicht an ihm angeschlossen. Das Fahrzeug ist so ausgelegt, dass das leere Fahrzeug auch mit vollgelaufenen Auftriebskörpern schwimmfähig bleibt.

An Land wird das Fahrzeug vom Fahrherhaus gesteuert. Angetrieben wird es bei Landfahrt von einem der beiden Motoren. Bei Wasserfahrt wird das Fahrzeug vom Steuerpult auf dem Dach des Fahrerhauses gesteuert. Der Wasserantrieb erfolgt mit einem Ruderpropeller als Hauptantrieb unter dem Fahrerhaus und starren Hilfspropellern in den Auftriebskörpern. Der Ruderpropeller und beide Hilfspropeller werden von je einem Motor angetrieben. Der Antriebsstrang war so ausgelegt, dass jeder Motor für den Haupt- oder den Nebenantrieb genutzt werden konnte. Bei Wasserfahrt fährt das Fahrzeug rückwärts. Die Einfahrt ins Wasser erfolgt vorwärts, die Ausfahrt erfolgt rückwärts, was die Einweisung des Fahrers im Fahrerhaus durch den Fahrer für die Wasserfahrt notwendig macht. Zur Besatzung gehören ein Fahrer für die Landfahrt, auf dem Wasser bedient er den Kran und die Rampenhydrailik, und ein Fahrer für die Wasserfahrt.

Die Fahrzeug konnten als Einzel, Doppel-, Dreierfähre oder im Brückenband genutzt werden. Jedes Fahrzeug verfügt über 4 Rampen, die bei Landfahrt auf dem Deck des Hauptschwimmkörpers abgelegt werden. Bei Wasserfahrt werden diese Rampen als Auf/Abfahrt oder zum Kuppeln der Fahrzeuge genutzt. Die Fahrzeuge können kurz, ohne Rampen, oder lang, mit Rampen zwischen den Fahrzeugen, gekuppelt werden. Für das Verlegen der Rampen sind die Fahrzeuge mit einem Kran ausgerüstet.

Insgesamt wurden 235 Fahrzeuge hergestellt. Neben der Bundeswehr wurde es von Großbritanien und Singapore genutzt. Ab 1996 wurden das System von der Bundeswehr ausgemustert und durch die Amphibie M3 ersetzt.

Besatzung4 Mann
Länge11,3 m
Breite
Transportstellung2,99 m
Schwimmstellung5,87 m
Schwimmstellung mit Rampen14,16 m
Höhe3,58 m
Geschwindigkeit max.
Land60 km/h
Wasserca. 15 km/h
zulässiges Gesamtgewicht26 t
Tragfähigkeit
Einzelfähre8 t
Doppelfähre25 t
Dreifachfähre60 t
BrückeMLC 60


Amphibie M2, Transportstellung
Amphibie M2

Amphibie M2, Schwimmstellung
Amphibie m2

Amphibie M2, entfaltet von vorn
Fähre

Amphibie M2, entfaltet von hinten
Brücke

Amphibie M2, Doppelfähren hinten, Dreifachfähre vorn
Brücke

Amphibie M2, Brückenband
Brücke